Bajonett-Artefakt

Am Beispiel der distalen N. ischiadicus-Blockade, Zugang von lateral, wird der Bajonett-Artefakt erläutert. Warum erscheint die Kanüle an der Spitze wie ein Bajonett abgestuft?

Bajonett-Artefakt

Bild oben und unten: Darstellung des Nn. tibialis et fibularis proximal der Kniekehle. Die Nadel wurde von lateral eingeführt. Das distale Kanülenende erscheint „tiefer“ im Ultraschallbild als die restlichen Schaftanteile, die Kanüle erscheint wie ein Bajonett versetzt, obwohl sie nicht „verbogen“ ist.

Erklärung: Das Ultraschallsystem rechnet mit einer einheitlichen Schallgeschwindigkeit von ca. 1540 m/s. Allerdings weisen Gewebe im Menschen unterschiedliche Schallgeschwindigkeiten auf. In den Abbildungen liegt Fettgewebe ventral des Kanülenendes, das mit ca. 1470 m/s eine niedrigere Schallgeschwindigkeit besitzt, mit der das System rechnet.

Die Kanüle liegt vollständig in der Ultraschallebene und und führt zu einer guten Reflexion, allerdings liegt am Kanülenende Fettgewebe und am restlichen Schaft Muskulatur (ca. 1540 m/s) ventral der Kanüle.

Wegen der niedrigeren Schallgeschwindigkeit im Fettgewebe gegenüber der Muskulatur, werden die Wellen am Kanülenende später als beim Schaft reflektiert. Das Kanülenende wird somit nicht korrekt abgebildet.

Dieser Artefakt ist eindrucksvoll und bedeutsam, da die Kanüle offensichtlich falsch abgebildet wird. Das „wahreKanülenende liegt näher zum Ultraschallkopf.

AD-Bajonett-Artefakt

Der Bajonett-Artefakt wird auf Lauzeitartefakt genannt. Weitere Begriffe sind Speed Displacement Artifact, Propagation Velocity Artifact oder Propagation Speed Error.

Bajonett-Artefakt-Zeichnung

Schreiben Sie einen Kommentar